Um eine Ehe auch vor dem Staat Österreich verbindlich zu machen, kommt Ihr um eine standesamtliche Trauung nicht herum. Standesamtlich zu heiraten erfordert jedoch mehr als nur die Anmeldung und Terminfixierung beim Standesamt Eurer Wahl. Alles was Ihr darüber wissen solltet und welche Vorbereitungen nötig sind, haben wir für Euch zusammengefasst.

1. Wahl des Standesamts und Ort der Hochzeit

Die Anmeldung und Durchführung der Trauung ist in JEDEM Standesamt möglich. Praktischerweise könnt Ihr Euch also ein Standesamt in der Nähe Eurer Hochzeitslocation aussuchen. Ist Euer Wunschtermin nicht mehr frei, könnt Ihr auch noch auf ein anderes Standesamt ausweichen.

Einige Standesämter bieten auch die Möglichkeit, die Trauung ausnahmsweise außerhalb der unromantischen und teilweise vermieften Amtsräume durchzuführen. Dies entscheidet aber das jeweils zuständige Standesamt, denn der Ort muss angemessen sein. Mancherorts werden sogar spezielle Exclusivtrauungsorte bzw. „Standesamt-Außenposten“ angeboten.

2. Termin finden und anmelden

Die Anmeldung zur standesamtlichen Trauung ist maximal 6 Monate vor dem gewünschten Hochzeitstermin möglich, was einem Glücksspiel gleichkommt, da der Termin für kirchliche Trauung und Hochzeitslocation meist schon längst vorher fixiert ist. Stellt Euch also schon einmal darauf ein, dass standesamtliche und kirchliche Trauung inkl. eigentlicher, großer Hochzeitsfeier eventuell nicht am selben Tag stattfinden können. Wenn dem so ist, geht aber auch nicht die Welt unter, denn eine standesamtliche Hochzeit im engsten Familienkreis hat auch was Schönes und so könnt Ihr eine kleine, intime „Vorhochzeit“ feiern (am besten 1-3 Wochen vor der großen Hochzeitsfeier).
Tipp: Einige Standesämter bieten die Möglichkeit, eine Online-Terminreservierung für die Trauung vorzunehmen. Dies sind z.B. Linz, Mödling, Wien oder Salzburg.

Der Grund für diese unvorteilhafte Frist: Die „Niederschrift über die Ermittlung der Ehefähigkeit“ (Aufgebot) ist maximal 6 Monate gültig (Siehe nächster Punkt).

3. Ermittlung der Ehefähigkeit

In einer mündlichen Verhandlung wird hier die Ehefähigkeit auf Grundlage verschiedener Urkunden ermittelt. Dazu wird benötigt:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Geburtsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweis oder Eintrag im zentralen Staatsbürgerschaftsregister
  • urkundlicher Nachweis akademischer Grade oder weitere Urkunden auf Verlangen

Wenn man bereits verheiratet war, Kinder hat oder im Ausland geboren wurde, werden weitere Unterlagen benötigt.

Bei der Anmeldung solltet Ihr Euch übrigens auch schon über die Namensänderung geeinigt haben.
Achtung: Solltet Ihr für die Flitterwochen ins Ausland reisen wollen, muss bei Namensänderung ein neuer Reisepass ausgestellt werden. Erkundigt Euch rechtzeitig vor der Hochzeit bei Eurer Passbehörde.

4. Kosten der standesamtlichen Hochzeit

In Österreich kostet die standesamtliche Hochzeit etwa 70 bis 200 €, je nachdem welche Unterlagen vorgelegt werden müssen und ob die Heirat außerhalb der Dienstzeiten und Amtsräume stattfinden soll. Kosten für Zusatzleistungen wie Musik oder Dekoration sind hier noch nicht eingerechnet.

5. Ablauf der standesamtlichen Trauung

Der Ablauf bei einer üblichen Hochzeit im Standesamt ist meist eher unflexibel und die Zeremonie dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Eine musikalische „Umrahmung“ (beim Einzug, Ringwechsel und Auszug) sollte jedenfalls möglich sein und ist auch sehr wichtig, um etwas Romantik in diese mehr oder weniger bürokratische Angelegenheit zu bringen. Eventuell sind zwischendurch auch Gedichte oder Reden Eurer Hochzeitsgäste möglich.
Am besten trefft Ihr Euch vorher mit Eurem Standesbeamten um Eure Wünsche und Vorstellungen abzusprechen. Seine oder ihre Rede wird dann auch viel persönlicher, wenn Ihr Euch schon bekannt seid.

Heiraten im Standesamt – der übliche Ablauf:

  • Musik zum Einzug
  • Begrüßung durch Standesbeamten und Feststellung der persönlichen Angaben des Brautpaares (Dokumente!)
  • Ansprache des Standesbeamten
  • Trauung (Ehekonsenserklärung)
  • Ringwechsel mit Musik und Kuss des Brautpaares
  • Standesbeamter lest Ehebucheintrag vor
  • Unterschriften von Ehepaar und Trauzeugen (mit Musik)
  • Wünsche des Standesbeamten und Abschluss der Trauung
  • Musik zum Auszug

6. Dekoration und Accessoires

Standesamt und persönliche Hochzeitsdekoration – hier gibt es meistens nicht sehr viel Spielraum. Fragt Euren Standesbeamten, ob der Amtsraum schon vordekoriert ist. Am einfachsten ist jedoch eine „Hochzeitsdeko-To-Go“ wie Wedding Wands, Konfetti aus Blüten oder getrockneten Blüten oder Seifenblasen, mit dessen Hilfe Eure Gäste Euch bejubeln können. Was das Konfetti angeht, solltet Ihr aber vorher um Erlaubnis bitten. Manche Standesämter sehen das nämlich gar nicht gerne.

Eine weitere Dekomöglichkeit sind auch schöne Hochzeitsschilder mit netten Sprüchen oder Hochzeitsballons, die von Euren Gästen getragen werden.

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Zum Schluss Eure To-Dos für die standesamtliche Trauung nochmals kurz zusammengefasst:

  1. Standesamt bzw. Ort auswählen
  2. Termin finden und 6 Monate vorher anmelden
  3. Dokumente besorgen
  4. Niederschrift über die Ermittlung der Ehefähigkeit erstellen lassen
  5. Ablauf der Trauung besprechen
  6. Um Musik und Dekoration kümmern