Die eigene Hochzeit, an der ihr im Kreise eurer liebsten Menschen „Ja“ zueinander sagt, wird wohl einer der schönsten Tage in eurem Leben sein.  Für die meisten Hochzeitspaare ist es selbstverständlich einen Fotografen zu beauftragen, der diesen besonderen und aufregenden Tag professionell für die Ewigkeit festhält.Schließlich will man noch Jahrzehnte lang detailhaft an dieses wunderschöne Fest zurückblicken, den zukünftigen Kindern und Enkelkindern lebendig davon erzählen können und sich immer wieder aufs Neue von den eigenen verliebten Blicken anstecken lassen. Doch immer mehr Brautpaare ziehen mittlerweile auch ein Hochzeitsvideo als Erinnerungsquelle in Betracht. Wir haben die besten Tipps für die Auswahl eures idealen Hochzeitsvideografen. 

Ein Video hat das Potential, die Momente intensiver, lebendiger und vielschichtiger zu zeigen als Fotos. Dadurch dass man nicht nur einzelne Momentaufnahmen als einzelne Bilder sieht, sondern gleich die Bewegungen dazu, kleine Mikroszenen und sich gleichzeitig lachen, weinen und jubelnd hört und das Ganze von einer passenden Musik getragen wird, gelingt es mit einem Film intensiver in die magischen Momente einzutauchen, als mit Erzählungen und Fotos.  

Ein ganz großer Vorteil eines Videos gegenüber Fotos ist auch, dass das Eheversprechen und die Reden festgehalten werden können. Es passiert schonmal, dass eine Mutter oder ein Trauzeuge Worte wählt, die die ganze Hochzeitsgemeinde zum weinen oder zum weinen vor Lachen bringen. Es wäre einfach schade, diese emotionalen Worte nie wieder anhören zu können. 

Solltet ihr euch aus diesen oder anderen Gründen dazu entscheiden, für eure Hochzeit einen Videografen zu engagieren, stellt sich die Frage: Worauf sollte man bei der Auswahl eines Hochzeitsfilmers achten? Wir haben bei den Hochzeitsfilmmachern Benedikt und Xenia nachgefragt, woraus es wirklich ankommt.  

5 wichtige Fragen bei der Auswahl eines Videografen

1. Was ist mir an meinem Hochzeitsfilm wichtig?

Überlegt euch im Voraus, was euch an eurem eigenen Hochzeitsfilm wichtig wäre: Sind es romantische Slowmotion Aufnahmen? Ein Film, der eure Geschichte persönlich erzählt und euch authentisch festhält? Wollt ihr ein flottes, lustiges Video im Stil eines Musikvideos? Ist euch der Originalton, und damit die Reden, euer Ehegelübte und all das Gesprochene zwischendrin wichtig? Soll es eher ein Eventfilm eurer Hochzeit sein, oder ein Portrait von euch und eurer Familie?  

Überlegt euch, was und wen ihr in 20 Jahren in eurem Hochzeitsfilm sehen (und hören) wollt und prüft die Auswahl der Filmemacher dahingehend.  

Tipp: Informiert euch welche Stilrichtungen es gibt und beobachtet, welche Gefühle der Film beim ersten Mal Ansehen auslöst und welche beim Zweiten Mal? Selbst ein Hochzeitsfilm von einem fremden Paar, sollte beim zweiten Mal ansehen nicht langweilig sein. 

Tipps Hochzeitsvideograf
Foto: Sonja Pöhlmann
2. Kann ich mir vorstellen, mit meinem Videografen abends mal ein Bier trinken zu gehen?

Die Beziehung zwischen euch und dem Hochzeitsvideografen solltet ihr nicht unterschätzen. Schließlich wird sie oder er euch an eurem schönsten Tag viele Stunden begleiten und euch näher sein als die meisten eurer Gäste. Ihr solltet euch mit eurem Filmemacher wohlfühlen, um euren Tag an sich genießen zu können. Dadurch ist es auch einfacher authentische Momente vor der Kamera zulassen zu können, die ihr euch dann Jahre später immer wieder gerne anschauen wollt. Die wenigsten von euch stehen regelmäßig vor der Kamera. Da eine Kamera zu Beginn ein bisschen einschüchternd sein kann, ist es wichtig, hinter der Kamera eine sympathische, freundschaftliche Person zu wissen. Beherrscht der Hochzeitsvideograf seine Technik einwandfrei, ihr fühlt euch mit ihm als Person aber nicht wohl, wird euer Film niemals zu eurem Film werden. Ein unangenehmes Gefühl wird euch beim Anschauen Eures Filmes dann wohl immer begleiten.  

Tipp: Besteht darauf mit dem Hochzeitsfilmer über Videotelefonie zu sprechen und überlegt Euch, ob ihr mit ihr oder ihm gerne auch mal ein Glas Wein oder Bier zusammen trinken wollen würdet. 

Tipps Hochzeitsvideograf
Foto: Sonja Pöhlmann
3. Sind Hochzeitsfilme der Schwerpunkt meines Videografen?

Ein guter Videograf ist nicht gleich ein guter Hochzeitsvideograf. Eine Hochzeit bringt  eine Vielzahl an Herausforderungen an das Drehen mit sich: unbekannte Locations, sich ständig ändernde und unkontrollierbare Lichtsituationen, viele Menschen, viel Unvorhergesehenes. All das erfordert eine schnelle Anpassung und Improvisation. Zudem lebt an einer Hochzeit jeder Moment von seiner Einmaligkeit (First Look, First Kiss, First Dance), dessen Aufnahme direkt sitzen muss. Lange Ausdauer, Antizipation wichtiger Momente, hohe Organisationsfähigkeit und soziale Kompetenzen sind Merkmale eines guten Hochzeitsfilmers. Ein professioneller Hochzeitsfilmemacher nutzt teure SD-Karten, die nicht plötzlich kaputt gehen, hat genügend Akkus dabei und sorgt sich um hochwertige Tonaufnahmen. 

Ein Kameramann, dessen Schwerpunkt auf Musikvideos liegt, wird möglicherweise Schwierigkeiten haben, mit der Dynamik eines Hochzeitstages mitzuhalten. 

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Tipp: Schaut euch die Website des Filmemachers genau an. Wenn er sich zur Leidenschaft des HochzeitsFilmemachens bekannt und bereits einige hochwertige Hochzeitsfilme vorweisen kann, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie oder er sich den Risiken und Schwierigkeiten seines Handwerks bewusst ist.  

4. Kann mein Fotograf auch mein Hochzeitsvideo aufnehmen? 

Für manche scheint es naheliegend, dass das Fotografieren und das Filmemachen stark miteinander verwandt sind. Nicht selten kommt man dann zu dem Schluss: wenn man das eine beherrscht, wird man auch das andere gut machen. Jedoch sind Fotografie und Film verschiedene Medien, die ganz unterschiedliche Herausforderungen in sich bergen. Ein guter Film performed bei weitem nicht nur über seine schönen Bilder und Kompositionen, sondern vor allem über sein Storytelling. Und dieses erfordert unter anderem Kenntnisse in der Produktion und Postproduktion von Ton und umfangreiches Wissen im Schnitt.  

Fragen an den Hochzeitsvideografen
Foto: Sonja Pöhlmann

Wenn euch nur einzelne Momente eurer Hochzeit wichtig sind, wird euch auch bereits ein Fotograf ein schönes Highlight-Video mit schönen Slow-Motionaufnahmen, ohne Original-Ton mit schöner Musik zusammenfügen können.  Möchtet ihr einen fesselnden, tiefgründigen Film über euch und euren Hochzeitstag, dann wird ein reiner Fotograf womöglich an seine Grenzen stoßen.  

Tipp: Folgende Fragen könnt ihr euch beim Ansehen eines fremdes Hochzeitsfilms stellen: Ist der Film abwechslungsreich im Rhythmus der Erzählung, der Musik und den Emotionen? Ist die Erzählung fesselnd, sodass man keinen Moment verpassen möchte? Fühlt man mit dem fremden Hochzeitspaar mit? 

 5. Wie viel ist mir mein Hochzeitsfilm wert?

Ein Hochzeitsfilm kann eine wundervolle Erinnerungsquelle an den Hochzeitstag an sich sein, aber auch an all die Menschen, die darin vorkommen und die Beziehungen, die darin spürbar sind. Ein Hochzeitsfilm verwelkt nicht und wird meist nicht aufgegessen, sondern bleibt für die Ewigkeit, und ist auch Jahrzehnte später für das Ehepaar selbst, aber auch für deren Familie und zukünftige Kinder eine Erinnerung. Wenn ihr über eine Investition in einen Videografen nachdenkt, berücksichtigt am besten nicht nur eure aktuelle und persönliche Bedeutung eines Hochzeitsvideos, sondern versucht euch auch dessen Wert in 20 Jahren für euch und andere nahen Menschen vorzustellen.  

Der Wert ist immer relativ, und abhängig vom Kontext und der Zeit. Eine Erinnerungsquelle wird mit der Zeit sicherlich wertvoller werden.  

Tipp: Gibt es ein Hochzeitsvideo von euren Eltern und was wäre es euch Wert zu sehen, wie euer Opa eure Mutter an den Altar geführt hat und euer Papa sich dabei eine Träne verdrückt? 

Wie so ein Hochzeitsvideo beispielsweise aussehen kann, seht ihr hier: