Bei den Hochzeitsvorbereitungen macht es uns einer besonders schwer: Der Wettergott. Die einen wollen auf Nummer sicher gehen und planen gleich eine reine Indoor-Hochzeit, die anderen wollen auf eine Heirat unter freiem Himmel nicht verzichten. Ist klar, dass die Wetter-Apps in den Tagen vor der Hochzeit dann heiß laufen. Wir haben uns die Wetterdaten Österreichs in den vergangenen Jahren genauer angesehen und wollen Euch mit den typischen Wettereigenschaften der beliebten Heiratsmonate die Planung etwas erleichtern. Auch wenn das Wetter am Ende doch etwas unberechenbar bleibt, wisst Ihr dann zumindest worauf Ihr Euch einstellen könnt.

Mai

Laut ZAMG wird der Frühling immer wärmer, so gab es letztes Jahr im Mai schon Temperaturen über 30°C. Wer im Mai heiratet, kann – wenn die Sonne scheint – schon mal mit solchen sommerlichen Temperaturen rechnen. Allerdings ist dieser Monat oft auch sehr niederschlagsreich. In den Jahren davor war der Mai zum Beispiel eher trüb und feucht. Man kann also mit warmen Wetter rechnen, allerdings ist genauso wenig eine Sonnenscheingarantie gegeben, wie im launenhaften April. Ihr solltet daher unbedingt eine Schlechtwetteralternative einplanen.

Tipp: Zusätzlich zu einer Indoor-Alternative gibt es viele Möglichkeiten zum Einsatz von Regenschirmen auf der Hochzeit. Damit habt Ihr gleich das richtige Motto.

Juni

Auch der Juni wird im langfristigen Trend immer wärmer, so verzeichnete man in den letzten Jahren die ein oder andere Hitzewelle. Die Zahl der Sommertage (mind. 25°C) lag im letzten Jahrzehnt bei über 20, teilweise gab es sogar bis zu 30 sommerliche Tage im Juni.
Die Regenwahrscheinlichkeit ist bundesländerweit sehr unterschiedlich. Im Osten Österreichs gibt es im Juni öfters Niederschlagsdefizite, während es in anderen Bundesländern stellenweise überdurchschnittlich niederschlagsreich sein kann. Obwohl der Juni in den letzten Jahren insgesamt eher trocken war, lohnt sich ein Blick in die Saisonprognose der ZAMG.

Juli

Dass im Hochsommer mit vielen heißen Tagen zu rechnen ist, sollte wohl jedem klar sein. Gleichzeitig gab es im Juli in den letzten Jahren teilweise auch immer wieder viel Regen. Die Regenmengen sind allerdings auch hier sehr unterschiedlich verteilt – große Unterschiede gibt es vor allem zwischen Norden und Süden. Während der Juli 2015 und 2017 überdurchschnittlich heiß und sonnig war, gab es 2016 eine Unwetterfront, die für Starkregen und Überschwemmungen sorgte. Es kann also sehr trocken oder auch kurzfristig sehr nass werden.

Für eine Hochzeitsfeier im Freien eignet sich der Juli besonders gut, man sollte allerdings auf jeden Fall für regelmäßige Erfrischungen sorgen. Für heiße Tage empfehlen wir kühle Getränke zur Selbstbedienung, Sonnenschirme, hübsche Schattenplätze (etwa eine Weddinglounge), Ventilatoren, Eis für die Candybar und hitzeunempfindliche Gastgeschenke (z.B. Fächer). Sind kurzfristig Schauer angesagt, lässt sich schließlich immer noch ein Zelt aufbauen.

Tipp: Wer besonders an der Sonne hängt und sich durch Regen nicht den Tag vermiesen lassen will, kann über eine Hochzeitswetterversicherung nachdenken. Denn damit gibt’s 5.000 € Pauschalentschädigung bei einem verregneten Hochzeitstag.

August

In den letzten Jahren prägten auch den August überdurchschnittlich warme und trockene Wetterlagen. Aber gerade aufgrund der trockenen Luft sind lokal heftige Sommergewitter nicht auszuschließen. Abwechselnd zählte der August in den letzten Jahren entweder zum Heißesten oder zum Kühlsten bzw. Nässesten der 246-jährigen Messgeschichte. Oder es war nur stellenweise überdurchschnittlich nass. Kurz gesagt, der August ist schwer einschätzbar.

Ohne Schlechtwetteralternative solltet Ihr in diesem Monat also nicht im Freien heiraten.

September

Die wetterbedingten Vorteile des Altweibersommers werden von immer mehr Brautpaaren geschätzt, weshalb mittlerweile auch der September zu einem beliebten Heiratsmonat geworden ist. Die Aussicht auf schönes, warmes Wetter besteht und gleichzeitig ist es nicht so heiß, dass man den ganzen Tag im Anzug schwitzt. Bis auf das Jahr 2016 – hier gab es überdurchschnittlich viele Sommertage – sah die Schönwetterbilanz in den letzten Jahren aber nicht so rosig aus. Oft zeigt sich in der ersten Septemberhälfte noch der Sommer, während das Wetter aber dann oft sehr schnell umschlagen kann.

Von einer reinen Outdoor-Hochzeit ist also eher abzuraten. Sucht Euch lieber eine Location mit schönem Gastgarten, wo Ihr im Schönwetterfall umdisponieren könnt.

Für den Fall, dass die Feier zu einem großen Teil draußen stattfindet und es abends sehr schnell „herbstelt“ (oder Euch ein plötzlicher Kälteeinbruch erwischt), könnt Ihr entsprechend vorsorgen. Wir empfehlen Decken, warme Getränke (z.B. eine Tee- bzw. Kakao-Bar), Lagerfeuer oder auch Heizpilze.

Oktober bis April

In den Herbst- und Wintermonaten wir deutlich seltener geheiratet – das grausige, nasskalte Wetter ist daran wohl zum Teil schuld. Das kalte Klima hat jedoch auch seine guten Seiten z.B. buntes Laub, Tannenzapfen oder auch eine Schneelandschaft. Damit kann man die Hochzeit perfekt in Szene setzen und braucht bei der Deko nicht lange zu überlegen. Immer mehr Brautpaare entdecken die Vorteile einer Herbsthochzeit oder Winterhochzeit für sich.

Wer sich eine Hochzeit inmitten einer weißen Winterlandschaft wünscht, sollte sich eine Location in den Bergen bzw. Skigebieten suchen, am besten im Jänner oder Februar. Eine Hochzeit in der Weihnachtszeit hat zwar einen ganz besonderen Reiz, der Dezember ist aber nicht gerade schneesicher.

Im Endeffekt sollte das Wetter in den Wintermonaten aber keine große Rolle spielen. Das Schöne daran ist ohne die kuschelig-romantische Indoor-Location mit Kerzenschein und Mistelzweig.