Oft schon ein Jahr, spätestens aber ein paar Monate vor dem großen Tag drehen sich die Gedanken – zumeist bei der Braut – ständig um die Hochzeit. So schön die Zeit der Hochzeitsvorbereitungen auch ist, das kann ganz schön anstrengend sein. Denn auf Dauer häuft sich eine ganz schöne lange To-Do Liste an, die von sozialen Medien und Hochzeitsblogs inspiriert wird. Wir als Hochzeitsmagazin sind da auch nicht ganz unschuldig. Deshalb ist es uns wichtig, auf die Dinge hinzuweisen, die bei einer Hochzeit wirklich zählen und worauf man getrost verzichten kann um Hochzeitsstress zu vermeiden.

Von Zeit zu Zeit sollte man sich auf das Wesentliche einer Hochzeit rückbesinnen um nicht im Druck der 200 angesammelten und perfekt inszenierten Fotos der eigenen Pinterest-Wall zu versinken. Legt Euch auf eine paar wenige, für Euch persönliche Must-Haves fest und löscht den Rest. So bleiben Eure To-Dos überschaubar und Ihr verliert nicht die Freude daran. Und das Wichtigste: Wenn Ihr Euch beispielsweise für eine Tischdeko entschieden habt, lasst Euch später nicht von eventuell noch besseren Ideen verunsichern. So einen hohen Stellenwert sollte keine Deko haben. Und wenn man es nicht für sich selbst macht, ist es die Mühe auch nicht wert, denn den Gästen fällt ein Großteil der mühevoll geplanten Details wahrscheinlich nicht mal auf.

Diese Dinge sind Euren Gästen jedenfalls egal:

1. Aufwendige Einladungen

Das mag wahrscheinlich niemand hören, denn die Hochzeitseinladungen sind der erste Vorgeschmack auf die Hochzeit. Viele Brautpaare wählen mit Freude ihr persönliches Design und freuen sich, das professionell bedruckte Papier an ihre Lieben auszuteilen. Aber eine schöne Einladung ist trotzdem nur eine schöne Einladung und landet früher oder später im Papierkorb. Niemand beurteilt die Wahl des Papiermaterials, ob die Schrift nun in Gold veredelt ist oder ob Ihr die teure Pocketfold-Variante mit Anhänger gewählt habt. Ist Euer Hochzeitsbudget begrenzt, dann spart Euch lieber das Geld, einfache Klappkarten sind nicht aus der Mode und erfüllen ihren Zweck genauso gut.

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2. Der Ablauf

Tut Euch selbst einen Gefallen und erspart Euch die Mühe Euch einen genauen Ablauf zu überlegen und diesen auf einer mühevoll verzierten Tafel zu präsentieren. Den Gästen ist es egal, ob der Hochzeitstanz um Punkt 22.00 Uhr stattfindet oder dass es eine halbe Stunde davor die Torte gibt. Es läuft nie alles so ab wie geplant und wenn Ihr alles auf eine Zeittafel schreibt, stresst Ihr Euch nur unnötig selbst. Und wenn kein Ablauf schwarz auf weiß festgeschrieben ist, wundern sich die Gäste auch nicht warum die Gruppenfotos nicht schon vor einer Stunde geschossen worden sind.
Es reicht, wenn Ihr den Ablauf grob für Euch selbst plant und Eure Helferlein die wichtigsten Eckpunkte kennen.

3. Verschiedene Gästebuch-Alternativen

Ein Fingerabdruck-Baum, ein Glas mit beschriebenen Holzherzen, Grüße von Hochzeitsgästen auf Jenga-Spielsteinen, ein von Gästen bekritzelter Globus, Briefe mit Ratschlägen, wo jede Woche einer an das Brautpaar gehen soll,…klingt alles super kreativ, ist aber auch super unnötig. Unzählige verschiedene Gästebuch-Aktivitäten benötigen ganz schön viel Vorbereitung und landen nach einem Jahr sowieso bei Euch im Keller. Haltet es lieber einfach und konzentriert Euch auf eine praktische Gästebuch-Variante, zum Beispiel ein Gästebuch zum Ausfüllen wie in einem Freundschaftsbuch.

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4. Tischarrangements wie aus dem Katalog

Als Hochzeitsgast kümmere ich mich nicht darum, ob der Tischläufer zu den Servietten passt oder die Serviettenhalter zu den Kristallgläsern. Solange ich mein Lachsfilet nicht von einem dreckigen alten Leinensack essen muss, wird es mir gut gehen, vielen Dank. Tischläufer aus Seide können teuer werden, also spart Euch lieber das Geld und die Nerven und plant Eure Blumendeko und Tischkarten passend zu den Tischdecken und dem Geschirr, dass in der Location vorhanden ist. Vielleicht ist es ja möglich, ganz auf Tischbekleidung zu verzichten. Hochzeitsschmuck auf nackten urigen Holztischen liegt voll im Trend. Einfache und dezente Tischdeko in steht üppigen Blumengestecken übrigens in nichts nach.

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5. Hochzeitstanz mit perfekter Choreografie

Es braucht keine übermäßig choreografierte Tanzperformance um die Gäste bei Eurem ersten Tanz zu begeistern. Solange man sieht, dass Ihr glücklich seid und Spaß habt, rührt ein einfacher langsamer Walzer mit ein oder zwei simplen Drehfiguren schon zu Tränen. Gerade wenn man tänzerisch nicht so begabt ist, ist es viel wichtiger, dass man sich wohlfühlt anstatt wochenlang für eine nervöse, wackelige oder steife Choreografie zu trainieren. Da hilft es auch nicht, wenn nach dem „romantischen“ Teil eine gezwungen lustige Hip-Hop Performance folgt.

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6. Eine möglichst kunstvolle Hochzeitstorte

Handgefertigte Fondantkunstwerke sind zwar nett anzusehen, solche teuren Details werden Eure Gäste aber nicht missen. Solange sie lecker schmeckt, ist auch eine einfache weiße Cremetorte mit dezenter Verzierung (z.B. ein paar Hochzeitsblumen), oder vielleicht eine DIY-Variante von einem Hobbybäcker, vollkommen ausreichend.
Außerdem: Findet der Kuchenanschnitt nach dem 4-Gänge-Menü statt, ist es sowieso so, dass auch nach einer Stunde Pause die Gäste nicht viel vom Kuchen runterbekommen. Da wäre erst recht schade um das Kunststück.

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7. Gastgeschenke

So traurig es klingt, aber Gastgeschenke werden von einem beträchtlichen Teil der Hochzeitsgesellschaft beim nach Hause gehen vergessen. Vielleicht gibt es ein paar Gäste, die damit eine Freude haben und die übrig gebliebenen Goodies einsammeln, aber das ist ja auch nicht der Zweck der Sache. Anstatt 120 teegelöffelte Marmeladegläser zu befüllen und mühsam mit Etiketten im Hochzeitsdesign zu bekleben, solltet Ihr es mit den Gastgeschenken möglichst einfach halten. Wie wär’s zum Beispiel mit einem netten Polaroid Bild von dem jeweiligen Gast mit seinem Namen drauf? Das kann dann zugleich als Namensschild dienen. Eine Praline auf jedem Teller würde auch reichen.
Oder verwendet das Geld lieber für etwas wirklich Sinnvolles und spendet dafür an eine Wohltätigkeitsorganisation. Eine kleine Nachricht am Sitzplatz informiert die Gäste darüber, ist wirklich originell und begeistert mit Sicherheit. Außerdem spart es Nerven und Zeit.

 

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8. Alles muss perfekt sein

Dieses Ziel dürft Ihr Euch erst gar nicht vornehmen. Es gibt immer irgendetwas, das nicht so läuft wie Ihr Euch das vorgestellt habt. Vielen Bräuten lastet oft das Gefühl, für den Erfolg des Hochzeitstags allein verantwortlich zu sein, auf den Schultern. Das ist aber nicht so! Bevor Ihr die Freude an der Hochzeitsplanung verliert oder zur Brautzilla werdet, gebt lieber etwas ab und vertraut auf Eure Lieben, die Euch gerne behilflich sind. Außerdem müsst Ihr nicht alles umsetzen, was man an Inspirationen auf Pinterest & Co so findet, damit Euer Tag schön wird. Man muss nicht 10 verschiedene Partyspiele für die Gäste planen, personalisierte Freudentränen-Taschentücher und ein teurer Sweet Table sind nicht nötig und wenn sich die Deko von der selbstgebastelten Fotobox-Wand löst, geht nicht die Welt unter. Eure Hochzeitsfotos und Gruppenfotos sind auch schön, wenn nicht alle Brautjungfern und Groomsmen exakt das gleiche Outfit tragen.

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Außerdem: Jene Hochzeitsfotos, die im Freundes- und Bekanntenkreis am liebsten angeschaut werden, sind nicht die arrangierten Bilder von vergoldeten Hochzeitsschildern, von der Donut Wall und der thematisch kuratierten Tischdeko, sondern schlicht die Schnappschüsse, die vom Brautpaar und den Gästen aufgenommen wurden und die spontane Emotionen zeigen, ganz abseits von inszenierten Absonderlichkeiten.

Was bei einer Hochzeit wirklich zählt, lässt sich nicht mit Geld kaufen. Und übrigens: Statistisch gesehen hält eine Ehe umso länger, je weniger Brimborium um den “großen Tag” gemacht wurde.

Zum Abschluss hier noch ein tolles Video zum Thema:

Before You Propose Watch This

Some people are ready for a wedding, not a marriage. I made this video because I want you to have incredible decades, not just incredible days. It’s simple, but we complicate it.

Gepostet von Jay Shetty am Dienstag, 10. Juli 2018